Die Begriffe „Hanf“ und „Marihuana“ sind eigentlich keine technischen biologischen Klassifizierungen von Pflanzenarten, aber sie haben eine Bedeutung, wenn wir sie aussprechen, und werden auch aus rechtlicher Sicht sehr unterschiedlich betrachtet und behandelt.
Beginnen wir mit den Grundlagen. Das Wort „Cannabis“ bezieht sich auf eine Gattung von Blütenpflanzen aus der Familie der Cannabaceae. Die drei wichtigsten Arten innerhalb dieser Kategorie sind Cannabis Sativa, Cannabis Indica und Cannabis Ruderalis. Ob Sie über Hanf oder Cannabis sprechen, genetisch gesehen sprechen Sie wirklich über dieselbe Pflanze.
Was ist also der Unterschied?
„Hanf“ vs. „Cannabis/Marihuana“ sind Begriffe, die wir als Gesellschaft übernommen haben, um den Unterschied basierend auf einem Hauptmerkmal zu beschreiben – dem Vorhandensein und der Menge eines spezifischen Cannabinoids, THC.
Definition Cannabinoid: Ein Cannabinoid ist eine chemische Verbindung, die in Cannabis vorkommt. Es gibt mindestens 100 verschiedene Cannabinoide, die in den verschiedenen Sorten der Cannabispflanze gefunden werden. Die bekanntesten und bemerkenswertesten sind THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). Wir haben Rezeptoren in unserem Körper, die mit Cannabinoiden interagieren.
THC ist eine der Verbindungen, die eine psychoaktive Wirkung hervorruft und „high“ macht, während CBD nicht psychoaktiv ist. Der Hauptunterschied besteht darin, dass „Hanf“ eine Cannabispflanze ist, die so angebaut wird, dass sie weniger als 0,3 % THC auf Trockengewichtsbasis enthält. Cannabis kann auch CBD und andere Cannabinoide enthalten, aber der THC-Gehalt entscheidet rechtlich darüber, ob es sich um „Hanf“ oder „Cannabis“ handelt.
Gibt es weitere Unterschiede?
Während sowohl Hanf als auch Marihuana für ihre Cannabinoide (THC, CBD usw.) und ihre therapeutischen Wirkungen auf Geist und Körper genutzt werden können, wird Hanf auch für eine größere Vielfalt von Anwendungen kultiviert und verwendet – einschließlich Kleidung, Baumaterialien, Papier, Speiseöle, Hanfsamen und sogar Hanfplastik. Wenn Hanf für industrielle Zwecke angebaut wird, konzentriert sich die Anbauumgebung mehr auf die Pflanzenfaser und die Steigerung des Gesamtertrags und nicht auf die Maximierung des CBD-Gehalts oder die Produktion voller Blütenknospen.
Wenn es um den Anbau von THC-Cannabis/Marihuana geht, ist der Hauptzweck die Produktion von rauchbaren Blüten, wobei der Fokus auf der Qualität der Knospen liegt. Dabei wird mit größter Sorgfalt die höchste Pflanzenqualität erzielt und Sorten für spezifische Wirkungen und Eigenschaften kultiviert.
Obwohl Hanf für eine größere Vielfalt von Anwendungen kultiviert werden kann, kann er auch für seine hochwertigen rauchbaren Knospen angebaut werden. In diesem Fall werden Sie feststellen, dass Sie physisch kaum einen Unterschied zwischen hochwertigen Hanfknospen zum Rauchen und THC-Blüten, die Sie als „Pot“ kennen, sehen können. Das liegt daran, dass es sich wirklich um dieselbe Pflanze handelt, die nur anders angebaut wird, um kein THC zu enthalten.
Zusammenfassend:
- Wenn wir über Hanf oder Cannabis/Marihuana sprechen, meinen wir eigentlich dieselbe Pflanze.
- Hanf ist Cannabis, das weniger als 0,3 % THC auf Trockengewichtsbasis enthält.
- „Hanf“ und „Marihuana“ sind keine offiziellen taxonomischen Kategorisierungen, sondern unsere gesellschaftliche Sprache, die verwendet wird, um Cannabis mit psychoaktiver Wirkung von Cannabis ohne psychoaktive Wirkung zu unterscheiden.
- Sorten der Cannabispflanze können gezüchtet und kultiviert werden, um unterschiedliche Mengen an THC, CBD oder anderen Cannabinoiden sowie andere Eigenschaften wie Geruch und Knospenstruktur zu haben.
- Hanf hat viele zusätzliche Verwendungszwecke neben medizinischen, je nachdem, wie die Pflanze angebaut wird und welche Eigenschaften gewünscht werden.